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18. November 2025
Alexander Hellwig
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COP30 Belém – Die wichtigsten Nachrichten, Teil II

Der zweite Teil unseres COP30-Nachrichtenüberblicks beleuchtet eine Vielzahl zentraler Themen der ersten Konferenzwoche – darunter die Finanzierung der Klimaanpassung, Pläne zur Minderung der gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels, den gerechten Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft sowie entscheidende, noch ungelöste Fragen für die zweite Woche – etwa den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und die Verhandlungen zur Klimafinanzierung.

Verlässlichkeit von Klimainformationen im Mittelpunkt

Am 12. November 2025 hat die Global Initiative for Information Integrity on Climate Change auf der COP30-Konferenz ihre Declaration on Information Integrity on Climate Change veröffentlicht. Mit dieser verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten, weltweit für wahrheitsgemäße, faktenbasierte Klimainformationen einzutreten. Länder wie Brasilien, Kanada, Frankreich und Deutschland haben sich der Initiative bereits angeschlossen. Die Erklärung ruft Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft dazu auf, Klimadesinformation entgegenzuwirken, Umweltjournalisten zu schützen und einen gerechten Zugang zu verifizierten Klimadaten sicherzustellen. Ein neu geschaffener globaler Fonds unterstützt Projekte zur Stärkung der Medien und zur Förderung der Ziele der Initiative – insbesondere im Globalen Süden.

Start des ersten Gesundheitsaktionsplans zur Klimaanpassung

Auf der COP30 wurde der Belém Health Action Plan vorgestellt – der erste globale Rahmenplan zur Klimaanpassung, der sich ausschließlich dem Gesundheitssektor widmet. Das freiwillige Rahmenwerk umfasst rund 60 konkrete Maßnahmen in drei zentralen Bereichen: Überwachung und Monitoring, evidenzbasierte Gesetzgebung und Kompetenzaufbau sowie Innovation und resiliente Gesundheitsinfrastruktur. Mit praxisnahen Instrumenten zur Stärkung der Gesundheitssysteme und zum Schutz gefährdeter Gemeinschaften vor Hitze, Überschwemmungen und Infektionskrankheiten rückt der Plan das Thema Gesundheit zunehmend in den Mittelpunkt der globalen Klimapolitik. Begleitet wird die Initiative vom COP30 Special Report on Health and Climate Change.

Erkenntnisse der Workshops zu Nationalen Klimaschutzzusagen (NDCs)

Im Laufe des Jahres 2025 führten das UNFCCC und seine Partner eine Reihe von Workshops zu den Nationalen Klimaschutzzusagen (Nationally Determined Contributions (NDCs)) in Lateinamerika und der Karibik, Afrika sowie im asiatisch-pazifischen Raum durch. Ziel war es, Regierungen dabei zu unterstützen, Investitionslücken zu identifizieren, Prioritäten zu setzen, Gesetzgebungen abzustimmen und Finanzmittel zu mobilisieren, um ihre nationalen Klimaziele zu erreichen. All diese Workshops, die während regionaler Climate Weeks stattfanden, brachten Vertreter aus Politik, Finanzen und Privatwirtschaft zusammen, um Best Practices auszutauschen und ihre Strategien für klimabezogene Investitionen zu schärfen. Auf der COP30 präsentierte das UNFCCC die Abschlussberichte und Ergebnisse dieser Treffen und fasste die regionalen Erkenntnisse sowie Strategien zur Beschleunigung der NDC-Umsetzung, zur Stärkung institutioneller Kapazitäten und zur Förderung einer integrierten, inklusiven Klimainvestitionsplanung zusammen.

Finanzierung der Baku-nach-Belém-Roadmap

Im Vorfeld der COP30-Konferenz veröffentlichte die Independent High Level Expert Group on Climate Finance (IHLEG) ihren vierten Bericht zur Baku to Belém Roadmap, der einen umfassenden Fahrplan aufzeigt, um die Klimafinanzierung für Entwicklungsländer bis 2035 auf 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr zu steigern. Der Bericht definiert fünf strategische „R“ – Replenishing, Rebalancing, Rechanneling, Revamping und Reshaping – um öffentliche Zuschüsse zu mobilisieren, fiskalische Engpässe zu überwinden, private Investitionen zu aktivieren, Kapazitäten aufzubauen und Finanzsysteme zu reformieren. Er betont die Notwendigkeit, Zugang, Bezahlbarkeit und Qualität der Finanzmittel zu verbessern sowie Klimawandelanpassung, naturbasierte Lösungen und den gerechten Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu priorisieren. Eine Kurzzusammenfassung des Berichts finden Sie hier.

Die zentrale Rolle des Belém Action Mechanism (BAM) auf der COP30

Verfechter der Klimagerechtigkeit fordern einen fairen Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft, der die Bedürfnisse von Arbeitnehmern und Gemeinschaften umfassend berücksichtigt und unbeabsichtigte negative Folgen von Klimaschutzmaßnahmen minimiert. Obwohl das Thema auf jüngsten Konferenzen regelmäßig diskutiert wurde, fehlen bislang konkrete Verpflichtungen und verbindliche Vorgaben. Befürworter des Belém Action Mechanism (BAM) argumentieren, dass ein neues Instrument notwendig ist, um Länder zu konkreten Schritten für einen gerechten Wandel zu bewegen. In dieser Woche erzielten sie einen bedeutenden Erfolg: Staaten, die rund 80% der Weltbevölkerung repräsentieren, signalisierten ihre Unterstützung für den Vorschlag.

Globaler Bericht zu Methanemissionen zeigt unzureichende Fortschritte

Der erste Global Methane Status Report, veröffentlicht auf der COP30 durch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die Climate and Clean Air Coalition (CCAC), bewertet die Fortschritte im Rahmen des Global Methane Pledge von 2021, dem 159 Länder und die EU beigetreten sind. Der Bericht weist zwar auf Verbesserungen hin – insbesondere durch strengere Abfallvorschriften und ein verlangsamtes Wachstum des Erdgasmarkts – warnt jedoch, dass die aktuellen Bemühungen nicht ausreichen, um das Ziel einer Emissionsreduktion von 30% bis 2030 zu erreichen. Mehr als 80% der möglichen Methanreduktion könnte laut Bericht kostengünstig durch etablierte Maßnahmen erzielt werden, etwa durch Programme zur Erkennung von Leckagen, Reparaturinitiativen, die Schließung stillgelegter Bohrlöcher, verbessertes Wassermanagement im Reisanbau und die getrennte Sammlung organischer Abfälle.

Partnerschaftliche Klimainitiativen im Fokus

Beim COP30-Sonderevent "Power of Partnership" standen Cooperative Climate Initiatives (CCIs) im Mittelpunkt – freiwillige Kooperationen zwischen Unternehmen, Städten, NGOs und anderen Akteuren, die Klimaschutzmaßnahmen jenseits von Regierungen vorantreiben. Diese Partnerschaften fördern sowohl Minderungs- als auch Anpassungsmaßnahmen im Einklang mit dem Pariser Abkommen. Organisiert vom UN-Klimasekretariat, stellte die Veranstaltung die Aktualisierung des Global Climate Action Portal vor, darunter eine verbesserte Sichtbarkeit, vereinfachte Registrierung und optimierte Fortschrittsüberwachung. Die Sprecher betonten, dass Partnerschaften entscheidend sind, um Lösungen zu skalieren, Hürden in der Umsetzung zu überwinden und den Weg in eine klimaneutrale, widerstandsfähige Zukunft zu beschleunigen.

Zentrale COP30-Themen weiterhin ungelöst

Zu Beginn der zweiten Woche der COP30 bleiben zentrale Fragen ungeklärt. Während Brasilien versucht, Unterstützung für einen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu gewinnen, untergraben Widersprüche – wie die jüngste Genehmigung von Explorationsbohrungen an der Mündung des Amazonas – sowie konkurrierende Interessen relevante Bemühungen. Grundlegende Meinungsverschiedenheiten bestehen auch in der Klimafinanzierung, insbesondere in Bezug auf Artikel 9.1, der Industrieländer zur Bereitstellung von Finanzmitteln verpflichtet. Entwicklungsländer fordern hier einen verbindlichen Plan. Auch Handelsmaßnahmen, die Finanzierung der Klimaanpassung und Defizite im Hinblick auf das 1,5 °C-Ziel bremsen den Fortschritt. Ohne große Durchbrüche und angesichts wachsender geopolitischer Spannungen stehen die Verhandler unter zunehmendem Druck, bis zum Abschluss der Konferenz glaubwürdige und relevante Ergebnisse zu liefern.

Haben Sie Teil I unseres COP30-Nachrichtenüberblicks verpasst? Darin finden Sie Updates zum Loss and Damage Fund, neuen Initiativen wie der Tropical Forest Forever Facility, geplanten Maßnahmen zum Schutz der Wälder des Kongobeckens und dem weltweit ersten Intergovernmental Land Tenure Commitment (ILTC).

Unser Abschlussbericht zur COP30-Konferenz folgt Anfang nächster Woche. Erfahren Sie in der Zwischenzeit, wie unsere Carbon Solutions Ihnen helfen, die Dekarbonisierung Ihres Unternehmens auf das nächste Level zu heben. Die lieferantenspezifische Datenerhebung und Einbindung steht dabei im Mittelpunkt unserer Produkte.

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