Branche Spezialchemie
Hauptgeschäftsbereiche
- Custom Solutions: Comfort & Insulation, Interface & Performance, Coating Additives, Coatings & Adhesive Resins, Catalysts, Oil Additives, Care Solutions, Health Care
- Advanced Technologies: Crosslinkers, High Performance Polymers, Smart Effects, Active Oxygens, Animal Nutrition
Jahresumsatz 15,2 Milliarden Euro (2024)
Belegschaft 32.000 (2024)
Unternehmenssitz Essen, Deutschland
Gesamtzahl der Lieferanten 33.000 Tier-1-Lieferanten
Jährliches Beschaffungsvolumen 10,5 Milliarden Euro (2024)
11.000
Lieferanten über Selbstauskünfte präqualifiziert
94%
Rücklaufquote bei Selbstauskünften
400
Mitarbeitende im Einkauf durch digitale, zentrale Präqualifizierung deutlich entlastet
Dank der IntegrityNext-Plattform können wir Tausende Lieferanten effizient präqualifizieren und sicherstellen, dass sie Nachhaltigkeits- und Compliance-Standards einhalten. Die regelmäßige Aktualisierung der Fragebögen, die Mehrsprachigkeit der Plattform und die nahtlose ERP-Integration erleichtern diesen Prozess enorm.
Sascha Ceylan
Head of Sustainability, Risk & Compliance im Einkauf, Evonik
Wie Evonik unsere Plattform nutzt
- Zentrale Anwendungsbereiche
- Systematische Präqualifizierung von Lieferanten
- Einhaltung gesetzlicher Vorgaben wie des deutschen Lieferkettengesetzes (LkSG)
- Gesamtzahl geprüfter Lieferanten Über 28.000 (Tier 1)
- Lieferanten mit angeforderten Selbstauskünften 11.000 (Tier 1)
- Rücklaufquote der Selbstauskünfte 94%
Von uns unterstützte Unternehmensziele
Sicherstellung von Nachhaltigkeit und Compliance
Proaktives Management der Lieferkette zur Einhaltung von Gesetzen wie dem LkSG und anerkannten Nachhaltigkeitsstandards.
Effiziente, risikobasierte Lieferantenauswahl
Zentralisierter und automatisierter Präqualifizierungsprozess auf Basis stets aktueller Nachhaltigkeitskriterien.
Transparenz und Dokumentation
Verbesserte Einblicke in Geschäftspraktiken der Lieferanten und Sicherstellung von Nachweisen wie ISO-Zertifikaten.
Unternehmenskontext
Evonik ist ein weltweit führendes Unternehmen der Spezialchemie mit Hauptsitz in Essen, Deutschland, und über 100 Produktionsstandorten. Das Unternehmen bezieht seine Produkte und Dienstleistungen aus über 100 Ländern. Mit ca. 60% der Beschaffungsaufwendungen entfällt der Großteil auf Europa, gefolgt von Amerika mit 25% und Asien mit 15%. Der Bezug von Rohstoffen macht fast die Hälfte des gesamten Einkaufsvolumens aus.
Für die global agierende Beschaffung sind Prozesseffizienz, Compliance und die Nutzung von Synergien besonders wichtig. Auch die Themen Nachhaltigkeit und Innovation spielen eine zentrale Rolle und erfordern eine intensive Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Als Gründungsmitglied der Brancheninitiative „Together for Sustainability“ (TfS) setzt sich Evonik seit vielen Jahren mit der Nachhaltigkeit seiner Lieferkette auseinander. Insbesondere bei kritischen Lieferanten führt das Unternehmen Audits und Assessments durch. Hierbei fehlte jedoch ein Tool, mit dem weltweit die große Anzahl der kleineren Lieferanten möglichst effizient, zielgruppengerecht und im Einklang mit anerkannten Nachhaltigkeitsstandards und Gesetzen bewertet werden konnte.
Nach sorgfältiger Prüfung verschiedener Optionen entschied sich Evonik anhand der folgenden Kriterien für IntegrityNext:
- Einfache Nutzung und Mehrsprachigkeit der Plattform
- Kuratierte und stets aktualisierte Fragebögen für Selbstauskünfte
- Große Bandbreite abgedeckter Nachhaltigkeitsthemen
- Keine Kosten für Lieferanten
- Effiziente Datenintegration ins eigene ERP-System
Unser Ziel war es, Nachhaltigkeit systematisch in der Lieferkette zu verankern und dabei gesetzliche Anforderungen wie das LkSG effizient umzusetzen. Die IntegrityNext-Plattform ist hierfür ein zentraler Baustein und fügt sich perfekt in unser bestehendes Menschenrechts-Compliance-Managementsystem ein.
Projektbeschreibung
Hauptakteure
Der Einkauf von Evonik ist global organisiert und wird von Deutschland aus geleitet – unterstützt durch regionale Einheiten in Asien, Nord- und Südamerika. Das Thema Nachhaltigkeit im Einkauf ist in der Abteilung Sustainability, Risk & Compliance (SRC) angesiedelt. Eine wichtige Aufgabe des Teams umfasst die Präqualifizierung. Mittels Lieferantenbewertungen wird geprüft, ob neue Geschäftspartner die von Evonik definierten Nachhaltigkeitsstandards erfüllen.
Neben der Entwicklung von Richtlinien und Best Practices schult die SRC-Abteilung die Sourcing Manager in Nachhaltigkeitskompetenzen und überwacht den Status der Lieferanten, einschließlich ihrer Qualifizierung, Scores und Risikobewertungen. Das SRC-Team ist damit federführend für die Prozessführung des Nachhaltigkeitsmanagements in der Lieferkette verantwortlich. Die Abteilung ist in das konzernweite Nachhaltigkeitsnetzwerk eingebunden und steht in engem Austausch mit dem Geschäftsbereich Corporate Sustainability, der an das Executive Board berichtet. Dies unterstreicht die strategische Relevanz des Themas Nachhaltigkeit im Unternehmen.
Zwei Hauptnutzer der SCR-Abteilung arbeiten direkt mit der IntegrityNext-Plattform. Die Einkäufer und andere Teams greifen im Tagesgeschäft über das SAP-System von Evonik auf die IntegrityNext-Daten zu, das mittels API mit der Plattform verknüpft ist. Sie prüfen beispielsweise, ob Lieferanten über notwendige ISO-Zertifikate verfügen, international anerkannte Menschenrechtsstandards einhalten oder kritische Informationen zur Beschaffung von Konfliktmineralien zur Verfügung stellen. Letzteres erfolgt über die CMRT-Vorlage der Responsible Minerals Initiative (RMI).
Umsetzung
Zentrale Ergebnisse
Skalierbare Risikoanalyse
Die hochgeladenen Lieferanten durchlaufen zunächst die automatisierte Länder- und Branchenrisikoanalyse. Zusätzlich wurden die Geschäftspraktiken von insgesamt 11.000 Lieferanten per Selbstauskunft überprüft – im Schnitt 1.500 bis 2.000 pro Jahr. Dabei konnte eine Rücklaufquote von 94% erzielt werden – für umfassende Transparenz.
Breite Themenabdeckung
Wirksames Compliance-System
Durch die deutliche Steigerung der Lieferkettentransparenz und systematische Dokumentation von Nachhaltigkeitspraktiken – beispielsweise mittels relevanter ISO-Zertifikate – schafft Evonik die Grundlage für eine fundierte Risikoabschätzung und die Erfüllung gesetzlicher Sorgfaltspflichten.
Entlastung der Einkäufer
Die digitale Präqualifizierung über IntegrityNext ist für alle neuen Lieferanten bei Überschreitung eines definierten Beschaffungsvolumens verpflichtend und wird zentral von einem kleinen Kernteam gesteuert. Dies gewährleistet eine hohe Prozesseffizienz und entlastet die Sourcing Manager, die sich nicht selbst um die zeitintensive Prüfung kümmern müssen.
IntegrityNext ermöglicht uns nicht nur die präzise Risikobewertung unserer Lieferanten, sondern reduziert auch den administrativen Aufwand erheblich. Ohne die Plattform müssten hunderte unserer Sourcing-Manager diese Prozesse manuell durchführen.
Ausblick
Evonik strebt eine kontinuierliche Weiterentwicklung des nachhaltigen Lieferkettenmanagements an. Dabei stehen folgende Themen im Mittelpunkt:
Steigerung der Transparenz
Das Unternehmen verfügt über einen fundierten Überblick über seine direkten Geschäftspartner. In bestimmten Bereichen – etwa im Zusammenhang mit Zwangsarbeitsrisiken in spezifischen Märkten – liegen zudem Erkenntnisse zu tieferen Ebenen der Lieferkette vor. Künftig haben die Steigerung der Transparenz über Tier-1 hinaus sowie die Rückverfolgbarkeit von Produkten und deren Bestandteilen hohe strategische Priorität.
Compliance und Due Diligence
Die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen nimmt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle ein, insbesondere im Hinblick auf die europäische Lieferkettenrichtlinie (CSDDD). Darüber hinaus ist Evonik durch palmölhaltige Produkte in der vorgelagerten Lieferkette von der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) betroffen.
Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft
Weitere wichtige Bausteine in der Beschaffung sind die Dekarbonisierung der Lieferkette, die Erfassung des Product Carbon Footprint (PCF) der eingekauften Rohstoffe sowie der verstärkte Fokus auf biobasierte, recycelte und CO2-basierte Materialien für eine zirkuläre Wertschöpfungskette. Mithilfe des Kreislaufdesigns soll der Ressourcenverbrauch reduziert, der eigene Fußabdruck verringert und die Scope-3-Emissionen gesenkt werden.
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